Mittwoch, Juni 28, 2006

Bürokrankheiten im Wandel der Zeit

Warum wir eigentlich jeder Tag, den ich hier im Innendienst bin, schwerer zu ertragen? Das Einziege was mich vorm totalen durchdrehen bewahrt sind die Pause mit Michi und Musik hören. Die paar Tage noch werde ich sicherlich noch durchhalten. Hoffe ich zumindest. Ich mein, wenn die Arbeit nicht so eintönig, jedes mal das Selbe und nicht mit telefonieren zu tun hätte, ja dann würde ich mir noch mal überlegen, ob ich den Innendienst verfluchen sollte. Aber so kann und will ich einfach nicht mehr. Gott sei Dank war ja Gestern das WM-Event, was mich frühzeitig aus diesem Laden rausholen konnte. War auch ganz lustig. War nur zu wenig los. Mal sehen wie es Freitag wird. Vielleicht geh ich dann da gucken und nicht wieder in die Stadt, wobei ich schätze, dass die Stimmung in einer Kneipe wesentlich besser ist, als in einem Telekomgebäude. Man wird sehen.
Mal wieder einen vorsichtigen Blick ins Büro riskieren. Was man hier alles erlebt, es ist unglaublich. Je später es wird desto mehr Flüche, Bildschirmbeschimpfungen, Tastenhauen und Selbstgespräche sind zu vernehmen. Ich habe das Gefühl, dass hier langsam alle am Rad drehen *spirrrrrrrr*.
Langsam verlassen mich auch meine Kräfte den ungeheuren Drück stand zu halten. Die geistige Zermürbung ist im vollen Gange. Michi und meine Wenigkeit sind zwar erst im zweiten Stadium der Innendienstites, auch Bürogehirnzerstöritis oder Megaverplantheit genannt. (Ein Programm mit dem wir arbeiten heißt Megaplan)
<>Das zweite Stadium äußert sich in sinnlosem Gefasel von irgendwelchem Müll, der nicht witzig ist, aber wo trotzdem herzhaft drüber gelacht wird. Noch nicht im Büro, sondern nur bei den Raucherpausen oder beim Mittag, überall da wo sonst keiner zu hört.Die Symptome der anderen Stadien sind mir nicht bekannt, aber das Endstadium beinhaltet eine völlige Auflösung der intellektuellen und logischen Gehirnverbindungen und die Zerstörung des „gesunden Menschenverstandes“. Sehr gut an unseren Kollegen zu beobachten ist du zunehmen abwesende Geisteshaltung und Verlagerung des aufrechten Ganges in die vierbeinige Haltung, ähnlich eines Affen. Die Sätze bzw. Worte die gesprochen werden formen sich in der Luft zu merkwürdigen Hieroglyphen und werden nur noch als geistloses Gestammel wahrgenommen. Ich glaube gegen diese Art von Krankheit gibt es kein Heilmittel. Wie gut das ich nur noch 2 Tage in diesem Seuchenherd verbringen muss.
Ich hoffe, dass durch die paar Wochen mein Gehirn nicht all zu große Schäden genommen hat. Ich habe ja auch versucht dagegen zu wirken, mit Solitär spielen, Blog schreiben, Musik hören und eine Vielzahl von Pausen.
Ich warte eigentlich nur noch auf den Zeitpunkt, wo ein Kollege der Krankheit erliegt und sich in einen herumwütenden Yeti oder Werwolf verwandelt. Erstens kann man ihn dann noch weniger verstehen und zweitens geht dann der Bildschirm und die Tastatur beim anschreien und draufhämmern wirklich kaputt.